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Diepholzer Gänse

Kennzeichen:
Die Diepholzer Gans ist ein leicht bewegliches, ausgesprochenes Weidetier, mit stolzer und aufrechter Haltung und munterem Wesen. Hauptmerkmale sind ein rein weißes Gefieder, ein schlanker, nicht dickbackiger Kopf, ein mittellanger, schlanker, schmal aufgesetzter und aufrecht getragener Hals und ein mäßig gestreckter Rumpf mit geradliniger, nur mäßig abfallender Rückenpartie.
Das Gewicht des Ganters liegt bei 7 kg, das der Gans bei 5,5 bis 6 kg.  

Herkunft:
Gänsezucht gibt es in der Region Diepholz schon seit einigen hundert Jahren. Die Diepholzer Gans hat sich aus verschiedenen Landschlägen entwickelt, die den ganzen Sommer in großen Herden gehalten und zu Weihnachten als hochgeschätzter Braten verkauft wurden. Durch die Anpassung an extensive Fütterungs- und Haltungsbedingungen und mit Beginn der Herdbuchzucht Ende des 19. Jahrhunderts hat sich die Diepholzer Gans zu einer eigenständige Rasse entwickelt, die auch heute noch äußerst fruchtbar, genügsam und gesund ist.  

Eigenschaften und Leistung:
Es ist eine mittelschwere Gänserasse mit besonderen Eigenschaften. In den heutigen Zuchtstämmen ist der Bruttrieb, das Betreuen und Führen der Gössel sowie eine gute Fleischfülle in Brust und Keule noch fest verankert. Eine gute Futterdankbarkeit und Widerstandskraft zeichnen sie aus. Die Fleischqualität wird als sehr gut gelobt.

Besonderheiten:
Aufgrund der Robustheit, Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten, geringen Futteransprüchen und der Anpassung an das Verbreitungsgebiet, wird die Diepholzer Gans mit leicht steigender Tendenz zur Pflege von Grünlandflächen gehalten.
 

Die Brut

Das Nest:        

Gänse bauen ihre Nester selber, wo immer es ihnen passt, darum müssen wir den Nestbau lenken. Der einzige richtige Platz wird in den meisten Orten der Stall sein, da er auch gegen Raubtiere gesichert werden kann.
Im Stall wird ein ruhiger, nicht zu heller Platz bevorzugt. Für eine einzelne Gans muss kein Nestplatz hergerichtet werden, da genügt eine Strohmulde.

Bei mehreren Gänsen müssen die Nester an den Seitenwänden geschlossen sein, damit sie sich gegenseitig nicht stören können. So kann zudem verhindert werden, dass sie sich gegenseitig Eier entwenden.

Legeperiode:

Wenn die Gans zu legen beginnt, lassen wir das erste Ei des Geleges als    „ Nestei „. Es muss sichergestellt sein, dass während der Lege- und Brutzeit immer genügend Baumaterial für den Nestbau bereitgestellt wird ( Stroh ) Die neuen Eier werden regelmässig, an der spitzen Seite des Eies datiert und liegend gelagert. Die Tiere legen durchschnittlich jeden 2. Tag ein Ei.

Brut:

Kommt die Gans in Brutstimmung, erkennen wir das an ihrem veränderten Verhalten. Sie wird plötzlich träger und beginnt Daunen zu rupfen. Dann ist höchste Zeit ihr wieder die Eier einzulegen. Gleichzeitig wird das erste Ei entfernt, da es meistens stark verschmutzt ist und dadurch zu faulen beginnen kann. Die Folge davon kann sein, dass es während der Brut explodiert. Die Eier die älter als 7 Tage sind sollten   6-8 Stunden früher eingelegt werden, weil sich auch der Schlupf um diese Zeit verzögern kann. Es sollten nicht mehr als 12 Eier eingelegt werden, da die Gans gar nicht in der Lage ist, mehr Eier warm zu halten.

Es ist in vielen Texten zu lesen, dass Gänse die schlechten Eier selbst aus dem Nest werfen, das ist nicht wahr, genauso wie die Gänse nicht merken, dass die 31 Tage Brutzeit vorbei sind und weiter auf den Eiern sitzen bleiben.

Verhalten während der Brut:   

Um sich zu ernähren zu koten und allenfalls zu baden verlässt die Gans mitunter bis zu 30 Minuten oder mehr das Gelege. Die Eier werden dann jeweils von dem Tier fein säuberlich mit Daunen bedeckt.

Schieren der Eier:                                                                 

Um zu verhindern, dass die Gans schlechte Eier bebrütet, die möglicherweise noch zu Bruch gehen werden die Eier in der Regel am 10. Und 18. Tag geschiert. Das Schieren erfolgt mit einer speziellen Lampe in einem dunklen Raum.

Zu diesem Zweck wird das spitze Ende des Eies auf die Lampe aufgesetzt. Die Auswertung des gesehenen erfordert einige Übung. Da eine Beschreibung an dieser Stelle zu umfassend wäre, und möglicherweise nicht zum gewünschten Ziel führt, empfehle ich Interessierten den Anschauungsunterricht gemeinsam mit einem erfahrenen Geflügelzüchter. Er kann ihnen anhand von Beispielen das nötige Grundwissen vermitteln.


Schlupf:     

Mit 31 Tagen. Man sollte darauf verzichten, Kücken die im Ei stecken bleiben aus der Schale zu helfen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die meisten dieser Tiere, auch wenn sie überleben im Wachstum stark zurückbleiben und nie vollwertige Zuchttiere werden.

2 Tage alte Gössel / Kücken

Noch einige Tips:     

  • Eikontrollen nur, wenn die Gans das Nest zum Fressen verlassen hat
  • täglich Kot überstreuen, damit die Eier nicht verschmutzt werden
  • während der Brut nur Hafer füttern, auf Gras kann verzichtet werden da Hafer den nötigen Energie- und Rohfaserbedarf deckt
  • Eier täglich mit Wasserzerstäuber besprühen, um die nötige    Feuchtigkeit zu erreichen, falls die Tiere während dieser Zeit nicht baden können
  • in den letzten drei Tagen darf ruhig mehr gesprüht werden, das hilft die Schlupfresultate zu verbessern
  • bei extrem nervösen Gänsen die geschlüpften Gössel nacheinander absondern, bis alle geschlüpft sind, dadurch wird verhindert dass sie erdrückt werden, sie müssen nur warm gehalten werden, eine Fütterung und Tränkung der Tiere während der ersten 1-2 tagen ist nicht erforderlich (sie zehren während dieser Zeit vom eingezogenen Eidotter)
  • um mehr Nachwuchs aufziehen zu können, können gleichzeitig mit dem Naturbrutbeginn zusätzliche Eier in die Brutmaschine eingelegt werden, um sie der Gans zusammen mit den eigenen wieder zuzuführen.

Merkmale

Die Diepholzer Gans ist eine schneeweisse, mittelgrosse, rundliche Landgans mit einem orangefarbenen Schnabel und rötlichen Füssen. Die widerstandsfähige Rasse ähnelt im Körperbau, abgesehen vom weißen Gefieder, der Graugans und gehört somit zu den leichten Landschlägen. Sie wurde immer wieder zur Veredlung anderer Gänserassen, wie zum Beispiel der Lippegans hinzugezogen. Pro Jahr legt sie zwischen 35 und 50 weiße Eier. Sie hat ein munteres Wesen und klare blaue Augen. Diese Rasse hat einen starken Bruttrieb, so dass zweimalige Naturbruten pro Jahr keine Seltenheit sind. Jahrhundertelang wurde ihre Marschfähigkeit in den Vordergrund gestellt – schließlich musste sie von Diepholz aus zu den Märkten bis nach Köln und Bremen getrieben werden. Bezüglich der Futteraufnahme ist sie überaus anspruchslos und frisst auch Sauergräser. Diese Merkmale sind auf ihre Haltung in den großen Moorgebieten mit ihren beschränkten Nahrungsangeboten zurückzuführen. Die Gans bewegt sich auch in steilerem Gelände ohne Probleme und ist somit eine robuste Weidegans, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. So wird seit 1995 auch in der Schweiz ein Herdbuch geführt.

Geschichte

Die Diepholzer Gans ist eine der wenigen noch existierenden Landgänserassen. Die freie und extensive Haltungsform erklärt ihre erblich bedingte Widerstandskraft und viel gelobte Futterdankbarkeit. Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg wurden Diepholzer Gänse noch zu Tausenden auf die großen Gemeindeweideflächen an den Rand und in das Große Moor gebracht. Sofern diese Fläche nicht zum Torfstich bestimmt waren, war es Gänsehude. Die Tiere wurden erst wieder zusammengetrieben, wenn der Verkauf anstand. Auch die Aufzucht der Gössel war somit Naturbrut und geschah ohne Einflussnahme des Menschen. Die Weidegans war so von klein auf gezwungen, sich in einem zahlenmäßig hohen Herdenverband von mehreren Tausend Tieren durchzusetzen, war den Witterungsverhältnissen ausgesetzt und musste dem kargen Angebot von Süß- und Sauergräsern in den Wiesenmooren trotzen. In dieser freien Wildbahn kam es naturbedingt dazu, dass sich zu der weißen „domestizierten“ Herde auch immer mal wieder wild lebende Graugänse gesellten. Diese Paarungen stabilisierten fortlaufend die Robustheit der Herde. Die so gehaltenen Gänse konnten – bis auf die Viehtriebskosten – billiger auf den Märkten an den Mann gebracht werden als stall- oder hofgehaltene Tiere und senkten schon in den Massen den Preis erheblich. Sie waren ein nicht zu unterschätzendes Zubrot für die ansonsten ärmliche und genügsame Diepholzer Landbevölkerung. In der beginnenden Industrialisierung war ein Gänsebraten eine hochgeschätzte Delikatesse für die anwachsende Arbeitnehmerschaft an Rhein und Ruhr sowie in Deutschlands prosperierenden Küstenstädten zum Ende des 19. Jahrhunderts. 1925 wurde die Diepholzer Gans als Rasse anerkannt.

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